da sind wir wieder – mit dem 2. Teil zum Thema „Die größten Irrtümer zur Abfalltrennung“. Da kommen einige Überraschungen auf Euch zu ..

5) „Metall trennen ist sinnlos, Metall wird in der Verbrennungsanlage sowieso aussortiert.“

Zwar trennen die Müllverbrennungsanlagen manchmal die Metalle vom Restmüll – das lassen sie sich aber teuer bezahlen. Wird das Metall vor dem Verbrennen nicht aussortiert, entsteht aus den kurz vorher noch so wertvollen Metallen lediglich minderwertige Schlacke. Klarer Fall: Das Trennen von Metall aus dem Restmüll ist sowohl aus ökonomischen als auch ökologischen Gründen überaus sinnvoll. Also: Abfall trennen oder Geld verbrennen!

Schon gewusst?
Metallverpackungen wie Konservendosen, Schraubdeckel oder Kronkorken bestehen aus Weißblech, also aus weichem Stahlblech, mit einer dünnen Beschichtung aus Zinn. Stahl hat den enormen Vorteil, beliebig oft ohne Qualitätsverlust recycelt werden zu können. Das schont Rohstoffe, macht weite Transportwege überflüssig und spart Energie. Nach Aussagen der Stahlindustrie liegt der Anteil an recyceltem Material in Metallverpackungen im Durchschnitt bei 56 %. Die Recyclingquote für Alu beträgt 86 %, für Alu-Getränkedosen sogar unglaubliche 96 %. Aluminium wird u. a. für die Herstellung von Verpackungen wie Folien, Joghurtdeckel und Getränkedosen sowie in der Automobil- und Flugzeugbranche und im Hausbau verwendet. Hierbei spielt es keine Rolle, ob es sich um recyceltes oder neugewonnenes Aluminium handelt. Die Qualität ist dieselbe. Jedoch gibt es einen erheblichen Unterschied beim Energieverbrauch. Alu-Recycling spart bis zu 95 % der Energie und rund 10 Tonnen CO2 pro Tonne Aluminium. Außerdem entstehen beim Aluminiumrecycling keine umweltbelastenden toxischen Nebenprodukte wie Rotschlamm.

6) „Kunststoff kann man nicht recyceln, das bringt doch nichts.“

Völliger Quatsch: Die gesammelten Kunststoffe werden von Störstoffen befreit und nach Material und Farbe sortiert. So können aus alten Kunststoffen wieder „neue“ Kunststoffe produziert werden. Das Recycling von Kunststoff spart sogar Jahr für Jahr Milliarden Liter Erdöl ein, denn für 1.000 Kilogramm neues PET müssten etwa 1.900 Liter Erdöl aufgewendet werden. Der ökologisch beste Weg ist es also, Kunststoffe zu recyceln – und beim Kauf von Produkten die Augen aufzuhalten in Sachen Wiederverwertbarkeit und Nachhaltigkeit.

7) „Papier-Recycling verschwendet Wasser und Energie.“

Das Gegenteil ist der Fall: Die Produktion von Recycling-Papier benötigt 95 % weniger Wasser und 60 % weniger Energie als die Herstellung von neuem Papier. Das Recyceln von Papier spart außerdem jährlich Milliarden Tonnen Holz und verhindert das Abholzen von Millionen Bäumen weltweit. Anders als Metalle und Glas lässt sich Papier allerdings „nur“ fünf bis sechsmal recyceln. Deshalb sollte man mit der Ressource Papier besonders sparsam und umweltschonend umgehen und möglichst immer Recyclingpapier verwenden, auch als Schreib- und Hygienepapier. Papier zu trennen ist für den Klimaschutz also besonders wichtig.

8) „Weiß- und Buntglas wird im Sammel-LKW eh wieder zusammengeworfen.“

Stimmt nicht, denn jedes große Glassammelfahrzeug hat getrennte Kammern für Weiß- und Buntglas. Altglas wird in Glasfabriken zur Produktion von neuen Flaschen und Glasverpackungen eingesetzt – dabei besteht eine Flasche zu rund zwei Dritteln aus Altglas. Dadurch lassen sich rund 20 % an Energie und 46 % an CO2-Emissionen einsparen. Besonderer Vorteil: Glas kann (wie Stahl) unendlich oft recycelt werden.